Zahlt die Krankenkasse die Impfkosten?
Seit Januar 2007 wird die Impfung in allen Bundesländern von der Krankenkassen bezahlt.Was sind Pneumokokken Bakterien?
Pneumokokken zählen zur Art der Streptococcus pneumoniae, grampositive Bakterien, die zu den paarweise gelagerten Diplokokken gehören und können schwere Infektionen hervorrufen. Besonders gefährdet sie Säuglinge und Kleinkinder sowie ältere Menschen und Patienten mit chronischen Leiden.Die Anzahl der Todesfälle in Folge einer Infektion mit Pneumokokken beläuft sich weltweit auf zwei Millionen Menschen jährlich; etwa die Hälfte davon Lungenentzündungen bei Kinder unter fünf Jahren. In Deutschland geht man von etwa 75.000 Fällen im Jahr aus. Die Mortalitätsrate liegt in der Akutphase bei acht, im späteren Verlauf bei fünf Prozent.
Welche Krankheiten können durch Pneumokokken verursacht werden?
Das Feld der möglichen Folgeerkrankungen ist groß.Lungenentzündung
Lungenentzündungen treffen meist Menschen über 50 Jahre, können jedoch auch bei Säuglingen und Kleinkindern auftreten. Type Symptome sind plötzliches hohes Fieber, Schüttelfrost, Husten und eitriger Auswurf. Bei Säuglingen kann es zudem zu Trinkschwäche und Schnupfen kommen. Kleinkindern bekommen neben Husten einen schnellen Puls und werden blass.Hirnhautentzündung
Die Hirnhautentzündung trifft manchmal nach einer Infektion der oberen Atemwege auf.Säuglinge leiden unter hohem Fieber und Erbrechen, weshalb sie auch die Nahrung verweigern. Außerdem kann es zu apathischen oder unruhigen Verhalten sowie Krampfanfällen kommen.
Kinder, die älter als ein Jahr sind kämpfen mit der für Hirnhautentzündungen typischen Nackensteifheit, sowie Kopfschmerzen und Bewusstlosigkeit. Überlebt das Kind die Infektion besteht die Gefahr, dass Hinrschäden zurückbleiben. Beobachtet wurden auch Taubheit und eine Verschlechterung des Sehvermögens.
Für alle Kinder unter fünf Jahren gilt, dass Pneumokokken (neben Meningokokken und dem Bakterium Haemophilus influenzae) eine der häufigsten Ursachen der akuten bakteriellen Hirnhautentzündung sind.
Mittelohrentzündung
Die Folgen einer Mittelohrentzündung sind starke Ohrenschmerzen und Fieber. In Deutschland leiden jährlich 300.000 bis 600.000 Kinder unter fünf Jahren an einer Mittelohrentzündung. In einigen Fällen kehrt die Entzündung mehrfach zurück.Nasennebenhöhlenentzündung
Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung vereitern die Nebenhöhlen, was Fieber und Kopfschmerzen zur Folge hat. Zu einer Entzündung der Kieferhöhlen kommt es nur selten bei Säuglingen, eine Ausbreitung auf das Siebbeinzellensystem ist aber auch bei ihnen möglich.Hornhautentzündung
Hornhautentzündung in Folge von Pneumokokken zeichnen sich dadurch aus, dass die schnell penetrieren und schmerzhaft sind.Gegen welche Krankheiten schützt die Impfung?
Insgesamt können bei unter Zweijährigen etwa 80% der schweren Pneumokokken-Infektionen durch die Impfung verhindert werden. Von den Hirnhautentzündungen wird knapp 88% vorgebeugt. Hinzu kommt, dass auch Personen aus dem Umfeld des Kindes indirekt durch die Impfung geschützt werden. Man spricht von einer sogenannten Herdenimmunität. Dabei werden weitere Familienmitglieder natürlich nicht wirklich immun, sondern kommen einfach nur nicht mit dem Erreger in Kontakt.Wie verträglich ist der Kinder-Impfstoff?
Wie man es von einem modernen Impfstoff erwarten kann ist auch der Pneumokokken-Konjugatimpfstoff gut verträglich es es kommt nur selten zu ungefährlichen Nebenwirkungen wie Appetitmangel, Schläfrigkeit und Fieber. Der seit 2000 in den USA und seit 2001 in Europa verfügbare Impfstoff wurde bereits mehrere Millionen mal verabreicht und ist. Fast 100 Ländern empfehlen diese Impfung als Grundimpfung für Säuglinge ab dem 2. Monat.Da Neugeborene nach der Geburt rapide ihre mütterlichen Antikörper (auch Nestschutz genannt) verlieren klafft bist zum Ende des zweiten Lebensjahres eine Lücke in der Verfügbarkeit von Antikörpern. Da die Infektion für jüngere Kinder gefährlicher ist, sollte die Impfung nach Vollendung des Lebensmonat als Teil der 6-fach Impfung gegen Diphtherie, Wundstarrkrampf, Kinderlähmung, Keuchhusten, Hib und Hepatitis B verabreicht werden.