Allergien bei Kindern


27.05.2013

Aktuell werden immer mehr Eltern mit der Diagnose "Allergie" bei ihrem Kind konfrontiert. Um mit einer Allergie richtig umgehen zu können, sind fundierte Informationen zu Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten wichtig.

Was versteht man unter einer Allergie?

Eine Allergie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf eine bestimmte Substanz, die eigentlich harmlos ist. Das Immunsystem verkennt jedoch diese Harmlosigkeit und reagiert auf das so genannte Allergen mit einer überschießenden immunologischen Reaktion. Diese Reaktion kann von harmlosem Jucken bis hin zu einem lebensbedrohlichen allergischen Schock reichen. Allergien haben eine erbliche Komponente: Sind beide Eltern oder auch ein Elternteil allergisch auf etwas, ist auch das Kind gefährdet, eine Allergie zu entwickeln.

Gerötete Augen in Folgen einer Pollenallergie. Stark gerötete Augen sind ein typisches Symptom einer Pollenallergie.
(Foto: parrchristy, flickr, CC BY 2.0)

Diagnose einer Allergie

Die Diagnostik einer Allergie beginnt meist mit Beobachtungen der Eltern. Leidet ein Kind immer wieder unter typischen Allergie-Symptomen verweist der Kinderarzt meist schnell an einen Dermatologen. Solche Symptome sind unter anderem:

  • Juckreiz
  • Quaddeln auf der Haut
  • Luftnot
  • Erbrechen
Quaddel
Eine Quaddel
(Foto: Lance Fisher, flickr, CC BY-SA 2.0)

Viele Kinderärzte sind aber heute auch selbst auf dem Gebiet der Allergologie entsprechend weitergebildet. Die Diagnostik beruht zunächst auf einer Erstanamnese. In diesem Gespräch erfragt der Arzt die genauen Symptome und erkundigt sich auch nach bestehenden Allergien der Eltern, da dies ein wichtiger Hinweis für die weitere Diagnostik sein kann. Eltern können sich auf die Erstanamnese vorbereiten, indem sie ein Allergie-Tagebuch führen und sich im Vorfeld Gedanken über diese Fragen machen.

Manche Allergien lassen sich durch einen Bluttest nachweisen, jedoch nicht alle. Nicht immer finden sich die Abwehrstoffe, die eine immunologische Reaktion auslöst, im Blut wieder. Eine Möglichkeit der Diagnostik kann auch der so genannte Prick-Test sein. Hierbei wird die Haut leicht angeritzt und Substanzen, die möglicherweise als Allergen wirken, werden auf die Haut aufgetragen. Der Prick-Test wird immer unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt, da es in seltenen Fällen zu Atemnot oder Kreislaufkollaps kommen kann. Manchmal kann auch eine Auslassdiät zur Diagnostik sinnvoll sein. Beim Verdacht einer Kuhmilch-Allergie werden zum Beispiel über einen gewissen Zeitraum alle Kuhmilchprodukte weggelassen. Bessern sich dann die Beschwerden deutlich und sind keine anderen Erklärungen hierfür vorhanden, gilt der Nachweis der Allergie als erbracht.

Ein Arm beim Prick-Test Ein Arm beim Prick-Test
(Foto: Scotto Bear, flickr, CC BY-SA 2.0)

Verlauf einer Allergie

Es gibt kein allgemeingültiges Muster, wann eine Allergie bei Kindern erstmalig auftritt und wie diese anschließend verläuft. Der Verlauf einer Allergie kann vielmehr extrem unterschiedlich sein. So treten viele Allergien, besonders Kuhmilch-Allergien, aber auch Neurodermitis als Form einer Allergie schon im ersten Lebensjahr auf. Möglich ist aber auch, dass zum Beispiel Heuschnupfen in der Schulzeit erstmalig auftritt. Dank der modernen Behandlungsmethoden muss eine Allergie nicht zwangsläufig ein Leben lang bestehen. Manche Allergien verschwinden auch ohne jede Behandlung von selbst wieder, wenn das Allergen eine Zeit lang gemieden wird.

Ein Baby mit allergischer Rötung im Gesicht Auch Babys im ersten Lebensjahr können bereits unter Allergien leiden.
(Foto: Fimb, flickr, CC BY 2.0)

Behandlungsmöglichkeiten einer Allergie

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Symptome. Grundsätzlich gilt immer, dass das Allergen so gut wie möglich komplett vermieden werden sollte. Bei Nahrungsmitteln oder einer Allergie auf Medikamente ist dies meist möglich. Anders sieht es bei einer Pollenallergie, dem so genannten Heuschnupfen aus: Kinder müssen dringend an die frische Luft. Es ist demnach nicht möglich, das Allergen Pollen komplett zu vermeiden. Hier helfen entsprechende Tabletten, die Antihistaminika. Gerade bei Heuschnupfen kann auch eine so genannte Hyposensibilisierung helfen. Hierbei wird der Körper unter ärztlicher Aufsicht immer wieder durch Spritzen mit dem Allergen konfrontiert, bis er im besten Fall gelernt hat, dass das Allergen für das Immunsystem harmlos ist. Für Allergiker mit extrem schweren Symptomen wie Allergien auf Wespengift gibt es ein Notfallset, bestehend aus einer Spritze und anderen Medikamenten. Ein solches Set muss immer bei sich getragen werden.

Verschiedene Allergie-Medikamente Manche Allergiker versuchen sich mit einer ganzen Armada von Allergie-Medikamenten zu schützen.
(Foto: Elizabeth Murph, flickr, CC BY 2.0)

Ursachen einer Allergie

Es gibt bis heute keine eindeutige wissenschaftliche Erklärung, warum manche Menschen auf einen bestimmten Stoff allergisch reagieren und andere nicht. Wohl weiß man, dass diese Fehlreaktion des Immunsystems vererbt werden kann. Wie der Ratgeber für Allergien bei Babys von babywalz feststellt, hat die Vererbung auch eine positive Komponente: Wenn weder Eltern noch Geschwistern an Allergien leiden, hat auch ein Neugeborenes gute Chancen auf ein allergiefreies Leben.

Zudem gibt es Theorien, wonach es sinnvoll sein kann, einem Säugling nicht zu früh Kuhmilch oder Gluten zu geben. Manche Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine frühe Konfrontation mit einem bestimmten Stoff eine Allergie fördern könne. Eltern eines Kindes, die selbst allergisch sind oder eine Allergie beim Kind vermuten, müssen sich immer individuell über mögliche Ursachen und Behandlungsformen informieren.

Prävention von Allergien

Eine erbliche Komponente bei Allergien gilt als nachgewiesen und kann nicht vermieden werden. Säuglinge, die als gefährdet gelten, sollten die so genannte HA-Nahrung bekommen, eine hypoallergene Anfangsnahrung. Hier ist das Eiweiß der Milch besser verträglich aufgespalten. Stillen gilt ebenfalls als Möglichkeit, Allergien vorzubeugen. Ist einmal eine Allergie festgestellt worden, kann der Facharzt weiterführend zu so genannten Kreuzallergien beraten. Personen, die beispielsweise auf Birkenpollen allergisch reagieren, reagieren auch oftmals allergisch auf Nüsse - dies muss aber nicht zwangsläufig so sein!

Häufige Allergien bei Kindern

Immer mehr Säuglinge scheinen mit einer Kuhmilchunverträglichkeit auf das Eiweiß der Kuhmilch zu reagieren. Auch Allergien auf Hühnereiweiß werden wiederholt beschrieben. Aufgrund der besseren Diagnostik-Möglichkeit hat auch die Zahl der diagnostizierten Pollenallergien zugenommen. Allergien auf bestimmte Substanzen von Medikamenten sind ebenfalls möglich, hier handelt es sich aber meist um Zufallsbefunde.

Krankheiten

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