Empfohlene Untersuchungen während der Schwangerschaft


26.03.2012

Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit - und dennoch sollte jede Schwangere sich regelmäßig zu ihrem behandelnden Gynäkologen begeben, um alle Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Eine werdende Mutter kann hierzu zwar nicht verpflichtet werden. Die Vorsorgeuntersuchungen lassen aber wichtige Rückschlüsse auf die Gesundheit von Mutter und Baby zu und sollten deswegen ernstgenommen werden. Mittlerweile gibt es aber auch neben den regulären Vorsorgeuntersuchungen eine Vielzahl an fakultativen Untersuchungen, so dass werdende Eltern trotz umfangreicher Schwangerschaftstipps aus dem Internet oder aus Zeitschriften und Bücher oftmals unsicher sind, welche Möglichkeiten der Diagnostik sie wahrnehmen sollten und von welchen man auch absehen kann. Die Entscheidung für bestimmte Untersuchungen in der Schwangerschaft ist natürlich immer eine individuelle. Über verschiedene Möglichkeiten der Pränataldiagnostik sollte man sich aber vor Inanspruchnahme sehr gut informieren, um auch mit den Ergebnissen gut umgehen zu können.

Ein gesundes und glückliches Baby. Ein so gesundes und glückliches Baby wünschen sie alle Altern. Die richtigen Vorsorgeuntersuchungen können dabei helfen.

Rhythmus der Vorsorgeuntersuchungen

Die normalen Vorsorgeuntersuchungen finden im Regelfall alle 4 Wochen statt. Bei einer Risikoschwangerschaft bestellt der Arzt die Schwangere so oft ein, wie er dies aus medizinischen Gründen für nötig hält. Dies kann wöchentlich oder auch im 2-Wochen-Rhythmus sein und muss individuell nach der jeweiligen medizinischen Indikation entschieden werden. Die reguläre Vorsorgeuntersuchung besteht aus verschiedenen Elementen. Die Schwangere wird bei der Untersuchung gewogen, ihr Blutdruck wird gemessen und der Urin wird mit einem Teststäbchen untersucht. Eine normal verlaufende Gewichtszunahme und ein unauffälliger Blutdruck sind wichtige Indizien dafür, dass es Mutter und Kind gut geht. Bei einigen Terminen wird auch Blut abgenommen, um beispielsweise den Eisenwert zu bestimmen oder um zu überprüfen, ob die Schwangere immun gegen Röteln oder Toxoplasmose ist. Neben diesen Labor-Untersuchungen tastet der Arzt nach dem Fundusstand, er kontrolliert also, auf welcher Höhe die Gebärmutter sitzt. Etwa ab der 30. Woche wird regelmäßig ein so genanntes CTG geschrieben, das heißt, der Arzt kontrolliert die Herztöne des Kindes. All diese Termine können auch bei der Hebamme wahrgenommen werden, wenn die werdende Mutter dies wünscht. Auch dies wird von der Krankenkasse bezahlt. Nur eines kann die Hebamme jedoch nicht: Sie führt keinen Ultraschall durch.

Ultraschall

Bei den regulären Untersuchungen in der Schwangerschaft sind 3 Ultraschall-Untersuchungen vorgesehen, die auch von der Krankenkasse bezahlt werden. Die erste Ultraschalluntersuchung finden meist um die zehnte Woche herum statt, die zweite um die zwanzigste Woche und die dritte nochmals etwa um die dreißigste Woche. Durch den ersten Ultraschall wird die positive Herzaktion nachgewiesen und der Arzt stellt sicher, dass der Embryo sich auch in der Gebärmutter befindet. Der zweite Ultraschall wird auch Organ-Ultraschall genannt. Um diese Woche herum kann man gut sehen, ob alle Organe angelegt sind und ob irgendwelche Anomalien gefunden werden können. Um die dreißigste Woche herum kontrolliert der Arzt beim Ultraschall auch, ob die Plazenta schon irgendwelche Verkalkungsspuren zeigt und ob noch ausreichend Fruchtwasser vorhanden ist. Wird bei einer dieser drei Ultraschalluntersuchungen festgestellt, dass der Befund kritisch oder weiter abklärungsbedürftig ist, können weitere Ultraschalluntersuchungen, auch beim Spezialisten, angeordnet werden. Da in etwa 97% aller Babys aber kerngesund zur Welt kommen, ist der Ultraschall für die meisten Eltern eine große Beruhigung und es macht auch großen Spaß, sein Baby auf dem Ultraschall-Bildschirm zu sehen. Jede Schwangere sollte also unbedingt den Ultraschall beim Frauenarzt durchführen lassen. Wenn hier zum Beispiel Auffälligkeiten am Herzen gefunden werden sollten, kann dies auch Konsequenzen für die Wahl der Geburtsklinik haben.

Erst-Trimester-Screening

Eines kann der Ultraschall jedoch nicht: Via Ultraschall können niemals Aussagen über den Chromosomensatz eines Babys getroffen werden. Viele Eltern wollen verständlicherweise wissen, ob ihr Baby gesund ist oder ob vielleicht doch eine genetisch bedingte Behinderung vorliegt. Um dies herauszufinden, gibt es heute verschiedene Möglichkeiten. Zum einen wird das so genannte Erst-Trimester-Screening angeboten. Dieses besteht auch Blutuntersuchungen der Mutter, einem Fragebogen über mögliche Vorerkrankungen in der Familie und zusätzlich wird die Nackenfalte des Ungeborenen ausgemessen. All diese Werte werden zueinander in Bezug gesetzt und ärztlich interpretiert. Daraus ergibt sich allerdings keine konkrete Diagnose, sondern es wird eine mathematische Wahrscheinlichkeitsaussage darüber getroffen, ob das Baby gesund ist. Kommen hier eher schlechte Werte heraus, wird der Arzt den Eltern oft raten, weitere Untersuchungen durchführen zu lassen, um Sicherheit über den Chromosomensatz des Babys zu gewinnen.

Fruchtwasseruntersuchung

Dies kann mittels einer Fruchtwasseruntersuchung geschehen. Dabei entnimmt ein Facharzt, ein Pränataldiagnostiker, mit einer Nadel vorsichtig etwas Fruchtwasser. Dieser Eingriff ist für die Mutter praktisch schmerzfrei. In sehr seltenen Fällen kann es dadurch allerdings zu einer Fehlgeburt kommen. Anhand der Zellen, die im Fruchtwasser schwimmen, wird der Chromosomensatz untersucht. Danach kann man mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit sagen, ob das Baby an einer genetischen Behinderung leidet oder nicht.

Umgang mit schlechten Diagnosen

Bevor man solche Untersuchungen in der Schwangerschaft in Anspruch nimmt, sollte man sich aber auch als Eltern überlegen, wie man mit den Ergebnissen umgehen möchte. Auch wenn die meisten Eltern erfahren werden, dass ihr Baby gesund ist: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine ungünstige Diagnose gestellt wird, ist gering, aber sie ist da. Man sollte vorher darüber sprechen, welche Bedeutung ein schlechtes Untersuchungsergebnis hätte. Wer einen Abbruch der Schwangerschaft kategorisch ausschließt, kann sich eine Fruchtwasseruntersuchung in letzter Konsequenz sparen, denn es würden ja keine Folgen aus einem schlechten Ergebnis resultieren. Eltern, die unbedingt Gewissheit haben wollen, weil sie ansonsten zu unruhig sind, können von der heutigen Pränataldiagnostik dagehen profitieren. Dies gilt auch insbesondere dann, wenn die werdende Mutter über 35 ist oder wenn es in der Familie schon einmal eine genetisch bedingte Behinderung gab.

Krankheiten

Bekannte Krankheiten im Überblick:
Diphtherie | Kinderlähmung | Keuchhusten | Hepatitis B | Masern | Mumps | Röteln